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Tigerschnegel

Limax maximus

Nicht gefährdet

Der Tigerschnegel (Limax maximus) gehört zu den größten Kielschnecken. Nur Limax cinereoniger übertrifft ihn an Größe.

Die Art zählt zur Familie der Kielschnecken (Limacidae) und damit zu den Landlungenschnecken. Ursprünglich stammt sie aus Europa und den Mittelmeerländern Afrikas, heute kommt sie weltweit vor. Die IUCN stuft sie als nicht gefährdet ein.

Wer ihn beobachten will, findet ihn oft in Gärten, feuchten Hecken und sogar in Kellern, denn er hält sich gern in der Nähe menschlicher Bauten auf.

Identifikation und Erscheinungsbild

Der Schild ist immer dunkel gefleckt, und genau daran lässt sich der Tigerschnegel am sichersten erkennen. Der Körper ist grau, aschfarben, bräunlich oder gelblich-weiß und längs gestreift oder gefleckt, wobei das Muster stark variiert. Erwachsene Tiere werden 10 bis 20 Zentimeter lang.

Der größte Teil des Körpers ist gerundet. Am Schwanzende sitzt ein kurzer Kiel mit etwa 48 Längsreihen länglicher, abgesetzter Höcker. Die Sohle ist einheitlich aschgrau bis gelblich-aschfarben, der helle Fußsaum trägt eine Reihe winziger dunkler Höcker. Die Fühler sind sehr lang und schlank.

Der längliche Schild nimmt etwa ein Drittel der Gesamtlänge ein. Vorn ist er gerundet, hinten winklig, und bei Bewegung bildet er einen Winkel von etwa 80 Grad. Er ist meist im Ton des Körpers gehalten, aber kräftig schwarz marmoriert oder gefleckt. Das Atemloch liegt knapp hinter der Körpermitte.

Die Schale liegt verborgen unter dem hinteren Teil des Schildes und scheint durch die Haut. Sie ist weißlich, dünn und etwa 13 Millimeter lang sowie 7 Millimeter breit. Die Schalen verschiedener Kielschnecken lassen sich nicht zur Artbestimmung nutzen.

Verbreitung und Lebensraum

Der Tigerschnegel ist heute weltweit verbreitet. Als ursprüngliches Gebiet gelten Europa und die Mittelmeerländer Afrikas, dort vor allem Ägypten, Algerien und Marokko. In Westeuropa kommt er unter anderem in Großbritannien, Irland, den Benelux-Staaten, Frankreich, Deutschland, Italien, der Schweiz, Spanien und Portugal vor, in Osteuropa unter anderem in Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Griechenland und Serbien.

Außerhalb seines Ursprungsgebiets ist er gebietsfremd und hat sich in vielen Ländern ausgebreitet. In Nordamerika lebt er in Kanada in 5 von 10 Provinzen und in den USA in 46 von 50 Staaten. Weitere Vorkommen gibt es in Mexiko, Südamerika (etwa Argentinien, Brasilien, Chile und Kolumbien), Asien (China, Japan und Indien), Ozeanien (Australien und Neuseeland), Südafrika und Mosambik.

Der Tigerschnegel lebt meist einzeln. Er bewohnt Gärten, feuchte und schattige Hecken sowie Wälder. Tagsüber verbirgt er sich unter Steinen, unter umgestürzten Bäumen oder an anderen feuchten, versteckten Orten.

In Mitteleuropa zieht er gern in feuchte Keller und Nebengebäude. In Irland fehlt diese Vorliebe für Bauten: Dort bleibt die Art auf Wälder und ähnliche Plätze beschränkt und kann sogar nahe der Hochwassermarke am Strand vorkommen. Beobachtungen liegen vor allem von Mai bis September vor, mit einem Höhepunkt im August.

Karte der dokumentierten Nachweise von Limax maximus
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
16.070
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Verhalten und Lebensweise

Der Tigerschnegel ist nachtaktiv und frisst vor allem in der Nacht. Tagsüber ruht er versteckt, und insgesamt gilt er als wenig aktiv.

Bei Gefahr oder im Ruhezustand zieht er nur den Kopf unter den Schild zurück, der Körper zieht sich dabei nicht zusammen. Gereizt soll er seinen Schild ausdehnen.

Sein Heimkehrverhalten ist stark ausgeprägt. Nach nächtlichen Streifzügen kehrt er meist in dieselbe Spalte oder Ritze zurück, in der er sich eingerichtet hat. Außerdem kann er lernen, etwa durch klassische Konditionierung und Aversionslernen. Fehlt in seinem Futter die Aminosäure Methionin, erkennt er den Mangel, wenn diese versuchsweise entfernt wird.

Jagd und Ernährung

Der Tigerschnegel jagt andere Nacktschnecken. Dabei erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von 15 Zentimetern pro Minute und verfolgt seine Beute damit recht zügig.

Als Allesfresser ernährt er sich nicht nur von Beute. Als Detritusfresser räumt er abgestorbene Pflanzen und Pilze ab und hält so den Abfall am Boden gering.

Laut einem Institut für Lebensmittel- und Agrarwissenschaften in Florida zählt er zu den bedeutenden landwirtschaftlichen Schädlingen.

Fortpflanzung und Lebenszyklus

Die Paarung des Tigerschnegels gilt unter Nacktschnecken als ungewöhnlich. Die Tiere sind Zwitter und umkreisen und lecken sich vor der Paarung oft stundenlang.

Danach klettern beide auf einen Baum oder eine andere erhöhte Stelle und lassen sich, ineinander verschlungen, an einem dicken Schleimfaden herab. Dort stülpen sie ihre weißen, durchscheinenden Penisse aus den Geschlechtsöffnungen an der rechten Kopfseite aus, verschlingen diese und tauschen Spermien aus.

Beide Partner legen anschließend Hunderte Eier.

Bestand und ökologische Rolle

Der Tigerschnegel ist Wirt mehrerer Parasiten. Der Fadenwurm Agfa flexilis lebt in seinen Speicheldrüsen, Angiostoma limacis im Enddarm. Häufig befällt ihn auch die weiße Milbe Riccardoella limacum, die seinen Körper bedeckt und in die Atemhöhle eindringt.

Besondere Bedeutung hat der Fadenwurm Angiostrongylus cantonensis, der eine Hirnhautentzündung verursachen kann. Seine Larven leben nur in Weichtieren wie Schnecken. Der Wurm stammt aus der Lunge von Ratten, war früher nur aus den Tropen bekannt und hat sich inzwischen in weitere Regionen ausgebreitet. Lebende Schnecken, die mit ungenügend gereinigtem Gemüse wie Salat versehentlich verschluckt werden, können als Überträger wirken.

Wissenswertes

  1. Der Tigerschnegel besitzt eine innere Kalkschale, die schon Plinius der Ältere erwähnte. Antike Ärzte nutzten sie wegen ihres Kalkgehalts.
  2. Sein Schleim ist farblos, schimmert regenbogenfarben und klebt kaum.
Nicht gefährdet

Fotos

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Ökologie und Klassifikation

Verhalten

  • Nachtaktiv
  • Räuber
  • Einzelgänger

Ernährung

  • Allesfresser

Klassifikation

Stamm
Mollusca
Klasse
Gastropoda
Ordnung
Stylommatophora
Familie
Limacidae
Gattung
Limax
Art
Limax maximus

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract