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Weißer Hai

Carcharodon carcharias

VUGefährdet
Ein großer, torpedoförmiger Weißer Hai mit dunkelgrauer Oberseite und weißer Unterseite schwimmt knapp unter der Wasseroberfläche im offenen MeerFoto: via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., CC0

Messwerte

Gewicht
1.870–1.870 kg
Lebensdauer
≤ 50 Jahre
Klassifikation
Stamm
Chordata
Klasse
Elasmobranchii
Ordnung
Lamniformes
Familie
Lamnidae
Gattung
Carcharodon
Art
Carcharodon carcharias

Die Leber des Weißen Hais kann mehr als ein Viertel seines Körpergewichts ausmachen – ein riesiges, fetthaltiges Organ, das nicht nur Auftrieb erzeugt, sondern auch als Energiespeicher dient. Zusammen mit einer partiellen Warmblütigkeit erlaubt dies dem Tier, auch in kühlem Wasser leistungsfähig zu jagen, während die meisten anderen Fische in solchen Temperaturen träge werden.

Carcharodon carcharias ist ein Knorpelfisch aus der Klasse Elasmobranchii, Ordnung Lamniformes und Familie Lamnidae. Er bewohnt tropische bis kühl-temperierte Meere rund um den Globus und gilt nach Einschätzung der IUCN als „gefährdet“ (Vulnerable). Mit rund 300 ständig nachwachsenden, gezackten Zähnen, gewaltigen Wanderungen über tausende Kilometer und einem komplexen Sozialverhalten ist er einer der am besten untersuchten und zugleich am meisten missverstandenen Haie überhaupt.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das auffälligste Merkmal ist die scharfe Zweifarbigkeit: Die Oberseite ist dunkel blau-grau bis grau-braun, die Unterseite reinweiß, dazu kommen schwarze Spitzen an der Unterseite der Brustflossen. Diese Tarnfärbung (Countershading) macht den kräftigen, torpedoförmigen Körper mit kurzer, kegelförmiger Schnauze von oben und unten schwer erkennbar. Die große, dreieckige erste Rückenfinne, die winzige zweite Rückenfinne und die annähernd gleich großen Lappen der Schwanzfinne mit einem einzelnen Kiel sind weitere typische Merkmale.

Weibchen werden mit 4,6 bis 4,9 Metern Länge geschlechtsreif und wiegen dann 1.000 bis 1.900 kg, Männchen reifen bereits bei 3,4 bis 4,0 Metern und 680 bis 1.000 kg. Die maximale Größe der Art ist seit Langem umstritten: Zuverlässig gemessen wurde ein 6,02 Meter langes und 2.530 kg schweres Tier im Nordwestpazifik, während ein 1984 in Westaustralien gefangenes Exemplar 5,94 Meter maß. Das größte erhaltene Präparat, ein 1956 im Mittelmeer gefangenes Weibchen, war 5,83 Meter lang und wurde auf rund 2.000 kg geschätzt; nach anderen Angaben erreichten einzelne Tiere sogar bis zu 1.870 kg.

Die dreieckigen, gezackten Zähne werden bis zu 7,5 cm lang und stehen in rund 300 Exemplaren in mehreren Reihen wie auf einem Fließband – nachrückende Zähne ersetzen kontinuierlich verlorene. Bei Jungtieren sind sie schmal und spitz für den Fischfang, bei Erwachsenen breiter und stärker gezackt, passend zur Umstellung auf Meeressäuger. Ein an einem 2,5 Meter langen Jungtier gemessener Biss erzeugte 1.602 Newton vorn und 3.131 Newton hinten; für ein 6,4 Meter langes, 3.324 kg schweres Tier wurde daraus eine Bisskraft von bis zu 18.216 Newton hochgerechnet. Die Kiefer sind nicht mit dem Schädel verwachsen, sondern allein durch Muskeln und Bänder gehalten und lassen sich beim Zubiss nach vorne schnellen.

Zur Beutesuche nutzt der Weiße Hai Sehen, Hören, Geruchssinn, Elektrorezeption über die Lorenzinischen Ampullen und ein Seitenlinienorgan zur Strömungswahrnehmung. Die Augen wirken von außen schwarz, besitzen aber blaue Iriden und mehr Zapfen als Stäbchen, was auf gutes Tagsehen hindeutet; ein drittes Augenlid fehlt, dafür können kräftige Muskeln den Augapfel rollen, um Beute im Blick zu behalten oder das Auge vor Gegenangriffen zu schützen.

Verbreitung und Lebensraum

Der Weiße Hai kommt von tropischen bis kühl-temperierten Meeren weltweit vor, mit größeren Vorkommen im Nordwest- und Nordostpazifik, im westlichen Nordatlantik, im Mittelmeer, im südlichen Afrika und in Ozeanien; an den Küsten Südamerikas gilt er als selten. Bekannte Küstenaggregationen liegen bei den Farallon-Inseln (Kalifornien), Guadalupe (Mexiko), Cape Cod (Massachusetts), im Western Cape (Südafrika), an den Neptune Islands (Australien) sowie bei Stewart Island und den Chatham-Inseln (Neuseeland). Zusätzlich existiert eine offene Hochseeansammlung zwischen Westnordamerika und Hawaii, das sogenannte „White Shark Café“.

Die Art nutzt sowohl Küstenzonen – Riffe, Buchten, vorgelagerte Inseln und Landzungen – als auch die offene See und taucht dabei laut Fundortdaten bis in Tiefen von rund 1.875 Metern, wobei tiefere Tauchgänge vor allem im offenen Ozean häufiger sind. Bevorzugt werden Wassertemperaturen von etwa 15 bis 22 °C. Jungtiere halten sich enger an flache Küstengewässer zwischen 14 und 24 °C, und zunehmende Sichtungen von Jungtieren in zuvor untypischen Gebieten wie der Monterey Bay deuten darauf hin, dass der Klimawandel sie polwärts verschieben könnte.

Weiße Haie unternehmen ausgedehnte Wanderungen, offenbar auf der Suche nach Nahrung, warmen Gewässern und möglichen Paarungspartnern. Ein von der südafrikanischen Küste markiertes Tier schwamm binnen eines Jahres bis nach Südaustralien und zurück, ein anderes legte in unter neun Monaten rund 20.000 km zwischen Südafrika und Nordwestaustralien zurück. Ein 2012 vor Südafrika markiertes Weibchen wurde 2016 vor Indonesien gefangen – ein Sendersignal belegte die Route erst 2024. Im Nordostpazifik pendeln die Tiere zwischen den Küsten der USA/Mexikos und Hawaii, im Nordatlantik zwischen dem Gulf of Maine im Sommer und Florida beziehungsweise dem Golf von Mexiko im Winter, wobei manche Tiere bis zu den Azoren driften.

Monatliche Beobachtungsdaten (reine Sichtungshäufigkeiten, kein Abundanzmaß) zeigen die niedrigsten Werte im Februar und die höchsten Werte zwischen August und Oktober mit einem Spitzenwert im Oktober – ein Muster, das vorsichtig auf eine stärkere küstennahe Präsenz im Spätsommer und Herbst in den zugrunde liegenden Beobachtungsgebieten hindeutet, aber nichts über die tatsächliche Bestandsgröße aussagt.

Karte der dokumentierten Nachweise von Carcharodon carcharias
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
2.176
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Verhalten und Lebensweise

Weiße Haie leben überwiegend einzelgängerisch, treten aber gelegentlich paarweise oder in kleinen Gruppen auf, innerhalb derer sich Dominanzhierarchien ausbilden. Sie gelten als intelligent, wandern über weite Strecken und sind sowohl tag- als auch nachtaktiv.

Im Schwimmtempo bewegen sie sich meist gemächlich mit 2,9 bis 4,9 km/h, können aber auf bis zu 24 km/h beschleunigen; ein migrierendes Tier hielt sogar eine für Haie ungewöhnlich hohe Dauergeschwindigkeit von 4,7 km/h, vergleichbar mit schnell schwimmenden Thunfischen. An der Oberfläche zeigen sie „Spyhopping“, bei dem der Kopf zur Beobachtung aus dem Wasser ragt, sowie wiederholtes Maulaufreißen im Rückenlage-Zustand, möglicherweise ein Zeichen von Frustration nach verpasster Beute. Über ihr Schlafverhalten ist wenig bekannt; ein Tier wurde nachts beim langsamen Schwimmen mit offenem Maul entlang einer Strömung beobachtet.

An Fressplätzen wie Walkadavern bilden sich temporäre soziale Hierarchien, deren Zusammensetzung nach Studien unterschiedlich ausfällt: Bei Mossel Bay (Südafrika) wirkten die Begegnungen weitgehend zufällig, an den Neptune Islands dagegen bildeten sich nicht-zufällige, teils nach Alter und Geschlecht sortierte Ansammlungen – etwa subadulte Weibchen im April/Mai, subadulte Männchen im Februar und September, adulte Weibchen im Juni und adulte Männchen im September. Bei Guadalupe wird vermutet, dass Tiere voneinander lernen, wo Beute oder Kadaver zu finden sind. Die Art kann über 70 Jahre alt werden; Jungtiere haben eine jährliche Überlebensrate von über 70 Prozent, Erwachsene von über 90 Prozent.

Orcas erbeuten Weiße Haie mitunter in Gruppen von zwei bis sechs Tieren, indem sie den Hai auf den Rücken drehen und so eine lähmende Schreckstarre (tonische Immobilität) auslösen, um gezielt die energiereiche Leber zu fressen – erstmals dokumentiert 1997 bei den Farallon-Inseln. Erscheinen Orcas in einem Gebiet, verlassen Weiße Haie es häufig, wie vor Südafrika und Kalifornien beobachtet wurde, wenngleich eine Studie von 2026 an den Neptune Islands nahelegt, dass Orcas allein kein dauerhaftes Verschwinden der Haie erklären. Jungtiere fallen zudem größeren Artgenossen zum Opfer, und bis zu 116 Parasitenarten – darunter Bandwürmer der Gattung Clistobothrium mit bis zu über 2.500 Exemplaren in einem einzigen Tier – befallen die Art.

Kommunikation

Zur Beuteortung verlassen sich Weiße Haie vor allem auf ihren Geruchssinn – sie können einen einzigen Blutstropfen in 100 Litern Wasser wahrnehmen – sowie auf Elektrorezeption, mit der sie elektrische Felder ab 0,005 Mikrovolt aufspüren, etwa die Herz- oder Kiemenaktivität verborgener Beutetiere.

Untereinander kommunizieren die Tiere über ein ausgeprägtes Körpersprache-Repertoire mit mindestens 20 unterschiedlichen Verhaltensweisen, meist beobachtet an Robbenkolonien nach der Hauptjagdzeit: paralleles oder kreisförmiges Umschwimmen zur gegenseitigen Musterung, Maulaufreißen, Absenken der Brustflossen und seitliches „Zurschaustellen“ des Körpers. Ziel scheint es zu sein, die Rangfolge nach Körpergröße zu klären und offene Konflikte zu vermeiden; das Geschlecht spielt dabei keine erkennbare Rolle. Solche Signale treten bei Dyer Island (Südafrika) deutlich häufiger auf als in Kalifornien oder Australien, was mit unterschiedlicher Populationsdichte und gegenseitiger „Vertrautheit“ der Tiere erklärt wird.

Offene Aggression ist selten; Streitigkeiten um Beute werden meist durch „Splash Fights“ entschieden, bei denen ein Hai mit der Schwanzflosse Wasser auf den Konkurrenten spritzt, der entweder abzieht oder zurückspritzt – gewonnen wird durch Beharrlichkeit, nicht zwingend durch Größe. Dieses Verhalten wurde auch gegenüber Tigerhaien an Walkadavern sowie gegenüber Booten und Käfigen beobachtet, die offenbar als Konkurrenten wahrgenommen werden.

Jagd und Ernährung

Auf der Jagd positioniert sich der Weiße Hai häufig unterhalb seiner Beute und schießt dann senkrecht nach oben, um sie im Vorbeischwimmen zu rammen und zu beißen – ein Angriffsmuster, das je nach Beutegröße variiert. Elektrorezeptoren und ein gutes Tagsehen helfen ihm dabei, Beute in der Nähe der Wasseroberfläche präzise zu orten, bevor er zuschlägt.

Das Beuteschema verändert sich deutlich mit dem Alter: Jungtiere fressen vor allem Tintenfische, Rochen und kleinere Haiarten, während erwachsene Tiere überwiegend Robben, Seelöwen, Delfine und Walkadaver erbeuten – See-Elefanten zählen zu den häufigsten Beutetieren adulter Haie. Gelegentlich werden auch Meeresschildkröten und Seevögel erbeutet.

Die kräftigen Bisse führen oft zum Tod der Beute durch massiven Blutverlust, Abtrennung von Körperteilen oder das Durchtrennen lebenswichtiger Flossen und Gliedmaßen, noch bevor der Hai mit dem eigentlichen Fressen beginnt.

Menschen zählen nicht zum bevorzugten Beuteschema: Angriffe kommen vor, enden aber nur in einem kleinen Teil der Fälle tödlich, was darauf hindeutet, dass der Mensch für den Weißen Hai kein geeignetes Beutetier darstellt.

Fortpflanzung und Lebenszyklus

Über das eigentliche Paarungsverhalten ist wenig gesichert bekannt; das Fortpflanzungssystem gilt als polygynandrisch (promiskuitiv) ohne erkennbare feste Paarbindung. Vermutlich beißt das Männchen das Weibchen während der Kopulation in Kopf, Flossen oder Flanken – entsprechende Narben bei Weibchen aus Guadalupe und Cape Cod werden als mögliche Paarungsspuren gedeutet. Manche Forscher vermuten offene Ozeangebiete als Paarungsplätze, an denen sich Männchen im Frühjahr sammeln und Weibchen ihre Partner wählen (ein sogenanntes Lek-System), andere halten Walkadaver für wichtige Treffpunkte geschlechtsreifer Tiere. Auch ein „Pattern Breach“, bei dem der Hai zwei Drittel seines Körpers aus dem Wasser schnellt und flach zurückfällt, wird als mögliches Werbeverhalten diskutiert.

Die Art ist ovovivipar: Befruchtete Eier reifen im Körper des Weibchens, wobei sich die Embryonen zunächst vom Dottersack, dann von einem milchigen Uterussekret (Histotrophie) und schließlich von unbefruchteten Eiern ernähren. Nach rund zwölf Monaten Tragzeit bringt das Weibchen zwei bis zehn lebende Jungtiere (im Schnitt etwa sieben) mit einer Länge von 1 bis 1,6 Metern zur Welt, vermutlich in flachen, 15,7 bis 23,1 °C warmen Gewässern rund um Inseln, meist im Frühling und Sommer. Bis zur nächsten Geburt vergehen mindestens zwei weitere Jahre.

Neugeborene erhalten keine elterliche Fürsorge: Sie schwimmen sofort selbstständig davon und sind von Geburt an fähige Jäger. Beim Erreichen der Geschlechtsreife gehen ältere und neuere Studien deutlich auseinander – frühe Untersuchungen datierten sie auf etwa 9 bis 10 Jahre bei Männchen und 12 bis 18 Jahre bei Weibchen, während eine Studie von 2015 anhand von Wirbelbanden ein deutlich langsameres Wachstum ermittelte: Männchen reifen demnach erst mit rund 26 Jahren bei etwa 3,4 Metern, Weibchen mit rund 33 Jahren bei 4,6 bis 4,9 Metern Länge. Nach dem 40. Lebensjahr verlangsamt sich das Wachstum weiter.

Bestand und ökologische Rolle

Als Spitzenprädator beeinflusst der Weiße Hai maßgeblich die Bestände seiner Beutetiere wie See-Elefanten und Seelöwen und übernimmt damit eine regulierende Funktion in Küsten- und Hochseeökosystemen. Gleichzeitig dient er selbst als Wirt für Parasiten, etwa die Ruderfußkrebse Pandarus sinuatus und Pandarus smithii.

Genetische Untersuchungen zeigen, dass die Art weltweit keine einheitliche Metapopulation bildet, sondern in drei große, erst vor rund 7.000 Jahren getrennte Linien zerfällt: eine nordatlantische (US-Ostküste und Mittelmeer), eine indopazifische (Australien, Neuseeland, Südafrika) und eine nordpazifische (Kalifornien, Baja California, Ostasien) – eine Trennung, die wahrscheinlich durch kalte und warme Wasserbarrieren wie die Benguela-Strömung aufrechterhalten wird.

Regionale Schätzungen schwanken erheblich: Vor Südafrika wurde die Population 1989–1993 auf durchschnittlich 1.279 Tiere geschätzt, eine Studie von 2004 nannte bereits 1.953 Tiere, und eine Untersuchung von 2023 hält den Bestand seit dem Schutzgesetz von 1991 für stabil, wobei ein möglicher Verschiebungstrend nach Osten umstritten bleibt. Vor Ostaustralien und Neuseeland wird die Population auf 2.500 bis 6.750 Tiere geschätzt, während eine globale Studie von 2025 mindestens rund 5.800 Individuen ermittelte – nach Einschätzung eines Mitautors könnten es tatsächlich näher an 20.000 sein.

Schutz und Bedrohungen

Die IUCN listet den Weißen Hai seit 2018 weltweit als „gefährdet“ (Vulnerable) und geht dabei von einem Bestandsrückgang von 30 bis 49 Prozent seit etwa 1859 aus; 2021 wurde die Art zusätzlich als „moderat ausgedünnt“ beschrieben. Die größten Bedrohungen sind unbeabsichtigter Beifang in kommerziellen Fischereinetzen sowie Hai-Schutzmaßnahmen wie Netze und Fallen an Badestränden in Australien und Südafrika – wobei die Tiere bei Freilassung aus solchem Gerät eine hohe Überlebensrate zeigen.

International wird der Handel über das CITES-Abkommen (Anhang II) reguliert, das für jeden Austausch von Exemplaren oder Körperteilen eine Genehmigung verlangt. Südafrika schützt die Art bereits seit 1991 per Gesetz gegen gezieltes Töten und den Verkauf; die Küstenwache KwaZulu-Natal Sharks Board setzt zur Vermeidung von Zwischenfällen Netze ein, klammert dabei aber die wichtigsten Ansammlungsgebiete aus.

Der Bestand in Südafrika gilt trotz zurückgehender Sichtungen im Western Cape seit 1991 offiziell als stabil, wenngleich diese Einschätzung – ebenso wie eine vermutete Ostverschiebung der Population – in der Forschung umstritten bleibt. Global reichen die Schätzungen von rund 5.800 bis möglicherweise 20.000 Individuen, was zusammen mit der geringen Reproduktionsrate der Art die Einstufung als gefährdet stützt.

Schutzstatus

  1. LC
  2. NT
  3. VU
  4. EN
  5. CR

Gefährdet

Kulturelle Bedeutung

Schon lange vor der modernen Wissenschaft prägte der Weiße Hai die menschliche Vorstellungskraft: Frühe Beschreibungen ordneten ihn wegen seiner zerklüfteten Zahnreihen als „Canis carcharias“ in eine gedankliche Nähe zu Hunden ein, bevor Guillaume Rondelet ihm 1554 in seinem Werk Libri de Piscibus Marinis den Namen „Lamia“ gab – nach dem kinderfressenden Ungeheuer der griechischen Mythologie – und ihn zugleich mit dem biblischen Fisch identifizierte, der den Propheten Jona verschlang.

In der modernen Popkultur wurde die Art erst durch den Dokumentarfilm Blue Water, White Death (1971) einem breiteren Publikum bekannt, ihren endgültigen Ruf als gefürchteter „Menschenfresser“ erlangte sie jedoch durch Peter Benchleys Roman Jaws (1974) und dessen Verfilmung von Steven Spielberg 1975 – eine Zuschreibung, die Benchley später selbst bereute. Wirtschaftlich spielt der Hai heute vor allem im Handel mit Kiefern, Zähnen, Flossen, Fleisch, Leberöl und Haut eine Rolle, wobei Kiefer und Zähne die wertvollsten gehandelten Teile sind; zugleich ermöglicht „Shark Tourism“ mit Käfigtauchgängen in Regionen wie Südafrika oder Australien eine touristische Einnahmequelle, ohne die Tiere zu töten.

Die Haltung in Gefangenschaft erwies sich als äußerst schwierig: Frühe Versuche seit 1955 in Nordamerika, Hawaii, Australien und Südafrika endeten meist nach wenigen Tagen, bis das Monterey Bay Aquarium zwischen 2004 und 2011 mit einem riesigen Netzgehege sechs Weiße Haie über längere Zeit erfolgreich zeigen konnte.

Wissenswertes

  1. Bevor der Name Carcharodon carcharias gebräuchlich wurde, ordnete man den Weißen Hai wegen seiner zerklüfteten Zähne fälschlich in die Nähe der Hunde ein und nannte ihn „Canis carcharias“.
  2. Ein 1876 beschriebener fossiler Verwandter, Carcharodon caifassii, gilt heute als wahrscheinliches Synonym des modernen Weißen Hais.
  3. 1959 fing der Angler Alf Dean vor Port Lincoln, Südaustralien, einen 1.208 kg schweren Weißen Hai mit Rute und Rolle – bis heute der Rekord für den größten mit dieser Methode gefangenen Fisch.
  4. Der parasitische Cookiecutter-Hai wurde nur zweimal dabei dokumentiert, wie er einen Weißen Hai vor Guadalupe angriff – ein Hinweis darauf, dass die Art für diesen kleinen Parasiten kaum als Nahrungsquelle dient.
  5. Ein junges Weibchen namens „Sandy“ überlebte 1980 nur fünf Tage im Steinhart Aquarium, bevor es freigelassen wurde – ein Beispiel für die extreme Schwierigkeit, die Art in Gefangenschaft zu halten.

Ökologie

Lebensraum

  • Meeresbewohner
  • Küstenbewohner

Ernährung

  • Fleischfresser

Verhalten

  • Räuber
  • Einzelgänger
  • Zugvogel

Fotos

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Ein großer, torpedoförmiger Weißer Hai mit dunkelgrauer Oberseite und weißer Unterseite schwimmt knapp unter der Wasseroberfläche im offenen MeerFoto: via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., CC0

QuellenGBIFiNaturalistWikidataWikipediaAnimal Diversity WebAnAge